V wie Vendetta

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Die Vendetta bzw. Blutrache ist eine Art zur Sühnung von Verbrechen, wo Tötungen oder andere Ehrverletzungen durch Tötungen gerächt werden. Sie stellt die letzte Möglichkeit innerhalb der Fehde dar. Die Familie des Opfers straft den Täter und seine Familie und manchmal auch, um die „vermeintlich“ verlorene Familienehre wieder herzustellen. Familie muss nicht unbedingt Familie sein, die „Familie“ kann auch ein Clan sein oder eine organisierte Verbrecherbande. Wenn für den Tod eines Menschen keiner Rache will, ist dies ein Ausgestoßener, schutzlos und Freiwild. In Süditalien wird diese Sühnung Vendetta genannt, auch Blutrache. Die Blutrache kommt auf der ganzen Welt vor und ist ein Prinzip archaischen Gewohnheitsrechts, Ordnungen auf der ganzen Welt. Dafür verantwortlich ist das Talionsprinzip. Es gilt das, dass Opfer oder seine Vertreter Gleiches mit Gleichem vergelten, bzw. dessen Vergehen zu sühnen. Ist die Sache erledigt, auch ein Bestandteil des Ehrenkodex, also der Mörder ist tot, dann ist die Sache auch beendet. Es ist manchmal besser, anschließend einen Richter oder Schlichter hinzu zu ziehen, wo bei einem Treffen die Sache abgeklärt wird. Das sich da nicht alle dran halten ist offensichtlich, denn die Spuren von Blutrachen kann man mancherorts über Jahre verfolgen.

Die Blutrache existiert

Auch heute gibt es noch die Blutrache und sie ist nicht an feste Orte gebunden.Auf dem Balkan und vor allem in Griechenland auf Kreta und in Mani (Peleponnes), im Norden Albaniens und in einigen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens wie im Kosovo und Montenegro, in östlichen Teilen der Türkei und bei gewissen Völkern des Nordkaukasus wie Tschetschenen und Osseten wird die Blutrache zum Teil noch heute praktiziert. Das Clansystem der Somali Nordostafrika beinhaltet ebenfalls das Blutrache-Elemente.
Vendetta ist der italienische Begriff für Blutrache. Sie gilt noch in Sizilien, Kalabrien und auf Sardinien.

Die 1990ziger Jahre machten Schlagzeilen

In den 90zigern gab es regelmäßig große Schlagzeilen wegen Blutrache und Ehrenmorden.
Die Regeln, die früher galten, werden heute nicht mehr eingehalten. Blutrache in einem demokratisch regierten Land ist nicht vereinbar. Wenn Migranten aus Gebieten kommen, wo diese noch besteht, bringen sie immer ihre eigenen Gebräuche und Gesetze mit und ihre Vorstellung von Ehrgefühl, was auch in Westeuropa zu vielen Blutrache Vorfällen führte. Unsere Justiz bezeichnet so etwas als Mord oder Totschlag. Aufgrund mehrerer unglücklicher Faktoren kam es bei Überlingen zu einem Flugzeugabsturz. Der dafür verantwortliche diensthabende Fluglotse wurde am 24. Februar von Vitali Kalöjew, der bei dem Absturz Frau und Kinder verlor, erstochen. Nach seiner Haft wurde er in seiner Heimat Nordossetien als Held der Blutrache gefeiert. Heute ist er stellvertretener Bauminister in Nordossetien.